Projekt

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1. Problemstellung und Hintergrund

Der Mobilitätssektor stellt ein anschauliches Beispiel für die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Potenziale neuer datenzentrierter Technologien und Geschäftsmodelle dar. Wie in kaum einer anderen Branche bedingen sich wechselseitig Aspekte der individuellen Freiheit von Bürgern und Unternehmen, um sich selbst, andere Personen oder Güter im öffentlichen Raum zu bewegen sowie der gesellschaftlichen Verantwortung, die Umweltauswirkungen und den Ressourcenverbrauch der Mobilität möglichst gering zu halten. Die neuen Möglichkeiten einer geschwindigkeitsorientierten Verarbeitung von Planungs-, Bestands- und Sensordaten eröffnen heute gänzlich neue Perspektiven für die individuelle sowie gesamtgesellschaftliche Optimierung von Mobilitätsangeboten. 
Entsprechende IT-Lösungen und Geschäftsmodelle sind jedoch mit hohen technischen Herausforderungen verbunden. So kann beispielsweise die starke Kopplung zwischen einzelnen Unternehmen und Verkehrsträgern (Luft, Schiene Straße) in getrennten Planungs- und Prognosesystemen einzelner Unternehmen derzeit kaum noch sinnvoll abgebildet werden, da diese nicht in der Lage sind, auf kurzfristige Veränderungen im gesamten Ökosystem der Mobilität (z.B. Streik oder Naturkatastrophe) adäquat zu reagieren. 

2. Vision und Zielsetzung

Das Ziel des SD4M-Vorhabens ist die Entwicklung eines Daten-Ökosystems für multimodale Smart Mobility Services auf der Basis einer Big Data Analytik Plattform. Die SD4M-Plattform ist damit die Basis für ein intelligentes Datenmanagement zur Auslastungs-, Planungs- und Prognoseoptimierung von Mobilitätsdienstleistern sowie zur individuellen flexibleren Preisgestaltung und Serviceoptimierung für Reisende. Dabei sind folgende Teilziele zu erreichen: 
  1. Datenaggregation, -strukturierung, -veredelung und -verkauf: Das zentrale Wertschöpfungsnetz der SD4M-Plattform soll in der Zusammenführung von Datenquellen unterschiedlicher Unternehmen und öffentlich verfügbarer Daten, deren Strukturierung (semantische Interoperabilität) und intelligenter Veredelung bestehen. Der Zugriff auf diese Daten kann perspektivisch kostenpflichtig gestaltet werden.
  2. Prognostik und Optimierung als Premium-Dienstleistung: Es sollen auf der SD4M-Plattform Prognostik- und Optimierungsmodule implementiert werden, welche die spezifischen Fragestellungen der Projektpartner aus dem Mobilitätsbereich lösen. Diese Module werden von Anfang an so konzipiert, dass sie für beliebige Unternehmen aus dem Mobilitätssektor anwendbar sind, bzw. dass die notwendigen Anpassungen gering ausfallen. Die Nutzung dieser Module kann als eine kostenpflichtige Premium-Dienstleistung der SD4M-Plattform konzipiert werden.
  3. Dienstleistungen von Drittanbietern auf Basis der SD4M-Plattform: Die SD4M-Plattform ist als Zentrum eines Daten-Ökosystems so angelegt, dass sie für Datenanalytik-Dienstleister mittels standardisierter Schnittstellen offen steht. So könnten künftig beispielsweise unabhängige Analyse-Spezialisten ohne eigene historische Datenbestände die Plattform als Integrations- und Datenzuliefersystem für ihre Dienstleistungen nutzen. Für Datenanalyse-Dienstleister könnten hierfür gesonderte Nutzungsvereinbarungen gelten (teilweise kostenpflichtig), die tiefere Eingriffe in das System zulassen.